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Lernplattformen für Schulen Anfang Januar: Statusbericht

Heute Morgen wurde an den meisten Schulen in Deutschland der Unterricht wieder aufgenommen. Überwiegend als Distanzunterricht mit Lernplattformen. eLeDia ist verantwortlich für den Betrieb von Moodle-Systemen für über 2.000 Schulen in Nordrhein-Westfalen unter der Domain LogineoNRW-LMS.de und betreut viele Systeme von Bildungsträgern, Verbänden und Unternehmen.
Es war also spannend zu sehen was passiert.

Um es vorweg zu nehmen: die von uns betriebenen Systemen laufen durchgängig rund. Nicht nur unsere Serverüberwachung zeigte grünes Licht, auch viele Rückmeldungen auf Twitter sagten: alles klar. Die Systeme sind gut erreichbar. Keine Probleme.

Das ist jedoch nicht überall der Fall. Am heutigen Morgen gab es Berichte über alle Anbieter von Plattformen hinweg, dass Systeme nicht oder nur schwer erreichbar waren oder bestimmte Anwendungskomponenten überlastet waren. Die Ursachen für Probleme bei anderen Dienstleistungsanbietern kennen wir nicht. Wir beteiligen uns auch nicht an Spekulationen warum es bei anderen nicht so gut geklappt hat. Das nützt niemandem etwas. Es lohnt sich jedoch, ein paar Überlegungen über die Herausforderungen und Zusammenhänge anzustellen.

Der Einsatz von Lernplattformen an Schulen ist eine Herausforderung. Schulen nutzen in einem kleinen Zeitfenster sehr konzentriert die Werkzeuge. Der Unterricht beginnt meist zwischen 8.00 und 8.15 in der Frühe.
Alle Schüler sollen sich dann anwesend melden und schon fängt der Unterricht live an. Hunderttausende von Nutzern melden sich in einem sehr kurzen Zeitraum an. An manchen Stellen vermutet die Firewall einen Angriff, weil sie nicht davon ausgeht, dass so viele zugleich ins System strömen. Dann ist gar nicht die Lernplattform der Auslöser von Störungen.

Überall wo Webinarsoftware im Einsatz ist sollen alle Schüler ihr Webcams anmachen und das Mikrofon bereithalten. Es findet jetzt vereinfacht betrachtet vieltausendfach Fernsehen mit vielen Sendern und Empfängern statt. Eine Rundfunkanstalt betreibt einzelne oder eine Handvoll Sender. Bei Schulen ist jede Klasse ein Sender.
In Unternehmen hat sich eingebürgert, dass Webcams und Mikrofone nur temporär eingeschaltet werden, wenn eine Webkonferenz stattfindet. Aus gutem Grund. An Schulen ist das anders. Kameras und Mikrofone bleiben dauerhaft an. Das erhöht den Datenstrom extrem.

Dabei ist zu beachten, dass die Webinarsysteme nicht direkt Teil der Lernplattformen sind, sondern mit diesen verbunden sind. Wenn also jemand davon spricht, Moodle ginge nicht und die Videoübertragung meint, müsste er also eigentlich sagen unsere Webinarsoftware XY läuft gerade nicht. Meist läuft nämlich Moodle einfach weiter.

Aber, auch die Moodle-Systeme sind gerade hohen Ansprüchen ausgesetzt. Das kann man nicht leugnen und unsere Server zeigen das auch.

Im Unterschied zu Facebook oder WhatsApp, die zentral betrieben werden, ist Moodle dezentral aufgestellt. Ich schätze, dass es in Deutschland weit über 20.000 Installationen von Moodle gibt. Jedes System läuft auf einem eigenen (virtuellen) Server. Die Frage der Erreichbarkeit und der Reaktionsgeschwindigkeit ist eine Frage der Performanz und Anbindung jedes einzelnen dieser Server. Wenn gerade irgendwo etwas nicht klappt muss man den jeweiligen Serverbetreiber ansprechen. Die Aussage 'Moodle ist nicht erreichbar' oder 'Moodle hat Schwierigkeiten' bezieht sich also immer nur auf ein konkretes System und nicht grundsätzlich auf alle Moodle-Systeme in Deutschland. Aus meiner Sicht ist das ein großer Vorteil.

Noch ein Hinweis auf Seiten, die Störungsmeldungen sammeln.
Leider sind diese Seiten nicht aussagekräftig. Der Bezug zu konkreten Moodl-_Plattformen wird nicht abgefragt. Polemisch merkten auf Twitter einige Beobachter an, dass die meisten Problemmeldungen eines Dienstes für Schulen in einem Bundesland aus Bundesländern kamen die den Dienst gar nicht nutzten.

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